07.03.2020
Kinderkrippe

Die Entscheidung zum Bau einer neuen Kinderkrippe in Modulbauweise wurde am 18. Februar im Stadtrat getroffen mit einer Mehrheit von 12 : 7 Stimmen. Aus unserer Sicht wurde hier leichtfertig die Chance vertan, für Spalt und vor allem für unsere Kinder etwas nachhaltiges zu schaffen.

Warum:

Bürgermeister und Verwaltung arbeiten seit Oktober 2019 an der Planung für eine Krippe in Modulbauweise auf der „Ingerlwiese“ zwischen Kornhaus und Schule. Einen Architektenauftrag hat der Stadtrat übrigens bis jetzt nicht erteilt. Mitte Januar werden wir über die Planungen informiert. Andere Überlegungen, Alternativen oder Übergangslösungen wurden quasi im Handstreich zur Seite gewischt.

Eine andere Lösung als die von Bürgermeister und Verwaltung vorgeschlagene, war nie auch nur im Ansatz gewollt!

Am 18. Februar nun folgt der Beschluss zum Bau. Auf welcher Grundlage?

  • Einer zumindest „geschönten“ Präsentation der Architektin mit keinem belastbaren Kostenvergleich zu einer anderen Bauweise (z.B. Holzrahmenbau). Seriöse Berechnungen sehen jedenfalls keinen Kostenvorteil in der Modulbauweise. Das einzige Argument ist die Schnelligkeit der Modulbauweise.

  • Eine äußerst vagen Förderzusage aufgrund eines Telefonats mit der Regierung vier Tage vor der Sitzung (Wochenende eingerechnet).

  • Eines äußerst knappen Zeitplans, der aus unserer Sicht nicht funktionieren kann und den Eltern überhaupt keine Sicherheit gibt.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ein Stadtrat sollte seiner Aufgabe schon gerecht werden und Entscheidungen auf Grundlage von gründlichen Vorüberlegungen, Planungen und Kostenvergleichen treffen. Verwaltung und Bürgermeister stehen in der Pflicht, belastbare Unterlagen zu liefern. Davon kann hier keine Rede sein!

 

Was bauen wir überhaupt ?

Unserer Ansicht nach gibt es auch beim Modulbau erhebliche Unterschiede. So spricht der „ausgewählte“ Hersteller auf seiner Internetseite selbst von CONTAINERN (www.fagsi.com). Nähere Informationen dazu auch hier: https://www.alho.com/de/aktuelles/artikel/modulbau-versus-containerbau/

  • Containeranlagen sind eigentlich als temporäre Lösung gedachte Gebäude mit dem niedrigsten Energiestandard und entsprechend hohen Energiekosten.

  • Bei der vorgesehenen Bauweise findet die Wertschöpfung garantiert nicht in Spalt statt. Örtliche Handwerksbetriebe die in Spalt Steuern zahlen und junge Leute ausbilden werden kaum zum Zuge kommen.

  • Die Lebensdauer der Container beträgt 20 – 25 Jahre. Danach sind sie abgewirtschaftet und müssen ersetzt werden. Massive Gebäude oder Holzrahmenbauten sind auf eine Lebensdauer von mehreren Generationen ausgelegt. Und das bei gleichen Baukosten und niedrigeren Unterhaltskosten!
     

Unser Fazit: Bei gründlicher Vorüberlegung und Planung verlieren wir sicher ein halbes bis ein ganzes Jahr Zeit. Diese Zeit sollten wir uns nehmen, um für unsere Kinder eine gute Lösung zu finden und das viele Geld wenigstens nachhaltig zu investieren. Dieser Schnellschuss bringt uns nicht weiter. Er stopft nur vorübergehend Löcher – und das für 1,5 Mio Euro!